Von ultraverarbeitet zu funktional: Wie ballaststoffreiche Innovationen „echte Lebensmittel“ 2026 neu definieren

Videojet Knowledge Hub Team
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Ballaststoffreiche Produktinnovationen gewinnen 2026 deutlich an Dynamik. Verbraucher suchen zunehmend nach „echten Lebensmitteln“ mit überschaubaren Zutatenlisten und funktionalem Mehrwert. Gleichzeitig versuchen viele Konsumenten, den Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel (Ultra‑Processed Foods, UPFs) in ihrer Ernährung zu reduzieren. Für Verpackungs‑ und Produktionsteams zeigt sich dieser Wandel besonders früh. Rezepturen werden häufiger angepasst, Verpackungsinformationen müssen aktualisiert werden und Produktportfolios wachsen. Dadurch steigen die Anforderungen an eine klare, regelkonforme Kennzeichnung. Zusätzlich werden Prüfmechanismen wichtiger, die Fehler bei


Warum Ballaststoffe 2026 an Bedeutung gewinnen und UPFs an Vertrauen verlieren
In Verbraucher‑ und Branchenprognosen haben sich Ballaststoffe von einem „Nice to have“ zu einem zentralen Nährstoff entwickelt. Sie werden häufig mit Darmgesundheit, Sättigung und dem Wunsch nach Lebensmitteln verbunden, die weniger stark verarbeitet wirken.1
Parallel dazu verbreitet sich der Trend „Fibermaxxing“. Dabei versuchen Konsumenten bewusst, ihre tägliche Ballaststoffaufnahme zu erhöhen. Entsprechend steigt das Interesse an Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und anderen natürlich ballaststoffreichen Zutaten.2
Gleichzeitig wächst die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit für UPFs. Immer mehr Verbraucher hinterfragen Zusatzstoffe, lange Zutatenlisten und stark industriell verarbeitete Ersatzprodukte.
Für Hersteller führt diese Entwicklung typischerweise zu drei Effekten:
- häufigere Rezepturanpassungen, zum Beispiel mehr Ballaststoffe, Austausch von Zutaten oder „simplere“ Rezepturen 3
- aktualisierte Verpackungsinformationen wie Nährwerttabellen, Claims, Allergendeklarationen oder Zutatenlisten 4
- steigende Komplexität in der Produktion, zum Beispiel durch mehr Produktvarianten, Verpackungsformate und Linienumstellungen 5

Welche Veränderungen ballaststoffreiche Produkte bei Verpackung und Kennzeichnung auslösen
Ballaststoffreiche Innovation zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Hersteller ergänzen Rezepturen um Hülsenfrüchte oder Vollkorn, führen neue Produktlinien mit erhöhtem Ballaststoffgehalt ein oder passen Claims und Front‑of‑Pack‑Botschaften an.
Trendanalysen gehen davon aus, dass sowohl die Anzahl ballaststoffreicher Produkte als auch entsprechende Botschaften 2026 deutlich zunehmen. Dadurch steigt auch die Frequenz von Verpackungs‑ und Etikettenanpassungen.
Parallel dazu wächst die Nachfrage nach Clean‑Label‑Konzepten und mehr Transparenz bei Zutaten. Marken passen ihre Kennzeichnung zunehmend an die Erwartungen moderner Verbraucher an.
Auch Einfachheit rückt stärker in den Fokus der Verpackungsgestaltung. So hat beispielsweise der britische Händler M&S bei seiner Produktlinie „Only… Ingredients“ eine reduzierte Zutatenanzahl direkt auf der Vorderseite der Verpackung platziert. Damit reagiert der Handel sichtbar auf die Diskussion rund um UPFs und zeigt, dass klare Verbraucherinformation und präzise variable Kennzeichnung auf derselben Verpackung möglich sind.6
Aus Sicht der Verpackungsteams verändern sich vor allem drei Bereiche:

1) Zutatenlisten und Claims
Wenn sich Rezepturen ändern, müssen meist auch Zutatenlisten und Claims angepasst werden. Selbst kleine Änderungen können neue Verpackungsgrafiken sowie aktualisierte Regeln für variable Daten erfordern. Dazu gehören beispielsweise unterschiedliche Mindesthaltbarkeitslogiken, neue Chargen‑ oder Lot‑Strukturen oder sprachliche Varianten für verschiedene Märkte.
2) Allergendeklaration und Hinweise zu Kreuzkontakten
Durch Rezepturänderungen müssen häufig auch Allergenhinweise aktualisiert werden. Damit steigt die Bedeutung zuverlässiger Kennzeichnungsprozesse und einer sicheren Verifikation bei Linienumstellungen. Besonders kritisch ist dies, wenn mehrere Produktvarianten auf derselben Linie produziert werden. Gleichzeitig müssen weiterhin die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen an Allergenkennzeichnung und Lebensmittelkennzeichnung eingehalten werden.
3) Verpackungsformate und Materialien
Ballaststoffreiche Produktlinien werden oft in neuen Verpackungsformaten eingeführt, zum Beispiel in kleineren Portionsgrößen, Multipacks oder Premium‑Produkten mit Better‑for‑You‑Positionierung.
Gleichzeitig testen Marken häufig neue Materialien oder Oberflächen, um den Eindruck von „echten Lebensmitteln“ zu unterstreichen. Dadurch entstehen zusätzliche Anforderungen an Kennzeichnungssysteme und an die Haftung der Kennzeichnung auf unterschiedlichen Substraten.
Wo Kennzeichnung und Codierung komplexer werden
Wenn „echte Lebensmittel“ zum zentralen Markenversprechen werden, muss auch die Information auf der Verpackung diesem Anspruch gerecht werden. Codes müssen daher:
- gut lesbar sein, mit hohem Kontrast, gleichbleibender Qualität und zuverlässiger Lesbarkeit auch bei hohen Liniengeschwindigkeiten
- korrekt sein, mit richtigem Produkt, richtiger Sprache sowie korrektem Datum und Chargen‑ oder Lot‑Code
- beständig sein, also Transport, Kondensation, Kühlkettenbedingungen und Abrieb standhalten
- effizient zu handhaben sein, mit schnellen Umstellungen und möglichst wenig manuellen Eingriffen
Typische Herausforderungen für Verpackungsteams in solchen Phasen sind:
- sehr kurze Umstellzeiten mit erhöhtem Risiko für Bedienfehler
- kleine Druckflächen auf Premiumdesigns oder Einzelportionen
- unterschiedliche Textlängen desselben Inhalts in verschiedenen Sprachen
- mehrere Substrate innerhalb einer Produktfamilie, zum Beispiel Folien, Karton, Etiketten oder Verschlüsse
- Nacharbeit oder Ausschuss durch falsche Datums‑ oder Chargencodes
Kurz gesagt: Ballaststoffreiche Innovation erhöht die Variabilität von Lebensmittelverpackungen. Um Schritt zu halten, standardisieren viele Hersteller Vorlagen für variable Daten und Druckbilder, wählen die geeignete Kennzeichnungstechnologie je nach Substrat und ergänzen Verifikation, um Fehler bei Linienumstellungen zu reduzieren.
Welche Kennzeichnungstechnologien sich für die Kennzeichnung ballaststoffreicher Produkte eignen
Die passende Technologie hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Substrat, Liniengeschwindigkeit, gewünschte Beständigkeit der Kennzeichnung und Designanforderungen der Verpackung.
Zu den am häufigsten eingesetzten Technologien zählen Continuous Inkjet (CIJ), Thermotransfer‑Online‑Kennzeichnung (TTO) und Laserkennzeichnung. Häufig werden mehrere Technologien parallel eingesetzt, je nach Verpackungsformat oder Produktionslinie.
Entscheidungshilfe: CIJ, Laser oder TTO ür die Kennzeichnung ballaststoffreicher Produkte
| Technologie | Ideal für : | Typische Anwendungen : | Wichtige Aspekte : |
|---|---|---|---|
| CIJ (Continuous Inkjet) | Hochgeschwindigkeitslinien und unterschiedliche Substrate | Flaschen, Dosen, Folien und teilweise Karton | Auswahl der Tinte für optimalen Kontrast und Haftung, Berücksichtigung von Umgebungsbedingungen |
| Laserkennzeichnung | Dauerhafte Kennzeichnungen ohne Verbrauchsmaterialien und mit hoher Designintegration | Karton, Glas sowie bestimmte Kunststoffe und Folien | Materialkompatibilität, Integration in die Linie, Absaugung |
| TTO (Thermotransfer‑Online‑Kennzeichnung) | Gestochen scharfe Kennzeichnungen auf flexiblen Verpackungen | Beutel, Flow‑Wrap‑Verpackungen, Sachets und Etiketten | Auswahl des Farbbandes, Planung der Druckfläche und Integration in die Verpackungsmaschine |
Wenn eine ballaststoffreiche Produktlinie mehrere Verpackungsformate umfasst, ist es üblich, CIJ für Behälter, TTO für flexible Folien und Laser für dauerhafte Kennzeichnungen mit hoher Designintegration einzusetzen. Diese Technologien unterstützen gleichzeitig die Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette.
Wie Videojet Hersteller im praktischen Produktionsablauf unterstützt
Videojet unterstützt Hersteller dabei, Transparenz und Zuverlässigkeit in der Kennzeichnung operativ umzusetzen, zum Beispiel durch:
- optimal abgestimmte Druckqualität und Lesbarkeit je nach Substrat und Produktionsbedingungen
- Druckbild‑ und Datenmanagement, das manuelle Eingaben bei häufigen SKU‑Wechseln reduziert
- Verifikationslösungen, die falsche Codes erkennen, bevor Produkte die Linie verlassen
- Service und Support, um hohe Anlagenverfügbarkeit auch bei wachsenden Produktportfolios sicherzustellen.

Mit der Videojet SmartFocus™ Technologie passt ein Laser den Fokusabstand automatisch an eine zuvor definierte Distanz an. Dadurch können unterschiedliche Produktgrößen und Substrate schnell und präzise verarbeitet werden.
Diese Funktion spart Zeit und unterstützt einen reibungslosen Produktionsablauf, insbesondere bei Linien mit häufigen Umstellungen und unterschiedlichen Verpackungsformaten im Clean‑Label‑ oder ballaststoffreichen Segment.
“Ich stelle die passende Höhe einmal am Display ein, danach passt sich das System automatisch an und funktioniert zuverlässig. Entscheidend ist für mich die Lesbarkeit der Codes. Das ist eine klare Verbesserung, denn mit SmartFocus ist der Prozess wie ein festes Rezept. Er funktioniert unabhängig von der Flaschengröße, und der Laser übernimmt den Großteil der Arbeit”
Checkliste: Fünf Schritte für die Kennzeichnung ballaststoffreicher Produkte 2026
- Rezepturänderungen mit Kennzeichnungsregeln verknüpfen
Reformulierungen sollten immer auch mit aktualisierten Mindesthaltbarkeitslogiken, Chargen‑ oder Lot‑Strukturen und sprachlichen Anforderungen der Zielmärkte abgestimmt werden. - Vorlagen für variable Daten standardisieren
Geschützte Felder und definierte Auswahlmenüs reduzieren manuelle Eingaben und minimieren Fehler. - Kennzeichnung auf allen Substraten testen
Haftung und Kontrast sollten vor der Markteinführung auf Folien, Karton, Etiketten und Verschlüssen geprüft werden. - Codeplatzierung früh im Verpackungsdesign berücksichtigen
Kennzeichnungsbereiche sollten nicht durch Nähte, Falten oder starke Grafikelemente beeinträchtigt werden. - Verifikation gezielt einsetzen
Besonders bei Linien mit vielen Produktvarianten, kurzen Umstellzeiten oder kleinen Druckflächen lohnt sich eine zusätzliche automatische Kontrolle.
Fazit
Ballaststoffreiche Innovation eröffnet neue Wachstumsmöglichkeiten für Lebensmittelhersteller, bringt jedoch häufig zusätzliche Komplexität in Verpackung und Produktion mit sich.Eine klare und regelkonforme Kennzeichnung schützt das Vertrauen der Verbraucher und reduziert das Risiko von Nacharbeit, wenn Produktportfolios wachsen. Wenn Sie 2026 neue Rezepturen einführen oder Produktlinien im Bereich „Real Food“ erweitern, unterstützt Videojet Sie bei der Auswahl geeigneter Kennzeichnungstechnologien, der Bewertung von Substraten und der Optimierung Ihrer Linienumstellungen.

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FAQs
Ultraverarbeitete Lebensmittel (Ultra‑Processed Foods, UPFs) sind industriell hergestellte Produkte, die aus stark verarbeiteten oder extrahierten Zutaten bestehen und häufig Zusatzstoffe enthalten, die in der häuslichen Küche nicht verwendet werden. Dazu zählen unter anderem Aromen, Farbstoffe, Emulgatoren oder Stabilisatoren.7
UPFs sind in der Regel energiereich, enthalten vergleichsweise wenig Ballaststoffe und werden in Studien mit einem erhöhten Risiko für ernährungsbedingte Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Einordnung erfolgt häufig anhand der sogenannten NOVA‑Klassifikation.
Nein. Auch Produkte mit „vereinfachten“ Rezepturen oder Clean‑Label‑Positionierung unterliegen weiterhin umfangreichen Kennzeichnungsanforderungen. Dazu zählen unter anderem Allergenhinweise, Nährwerttabellen, Mindesthaltbarkeitsangaben sowie Angaben zur Rückverfolgbarkeit.
Das Ziel ist nicht weniger Kennzeichnung, sondern klarere und verständlichere Information, die regulatorische Vorgaben erfüllt und gleichzeitig den Erwartungen der Verbraucher entspricht.
Für flexible Folienverpackungen wird häufig die Thermotransfer‑Online‑Kennzeichnung (TTO) eingesetzt, da sie scharfe und kontrastreiche Codes ermöglicht. Abhängig von Material, Liniengeschwindigkeit und Umgebungsbedingungen können auch Continuous‑Inkjet‑Systeme (CIJ) geeignet sein.
Darüber hinaus lassen sich bestimmte flexible Materialien mit CO₂‑, Faser‑ oder UV‑Lasern kennzeichnen. Insbesondere UV‑Laser eignen sich für Anwendungen mit sehr kleinen Druckbereichen und unterschiedlichen Materialtypen. Die optimale Technologie hängt stets von Substrat, Prozessanforderungen und gewünschter Beständigkeit der Kennzeichnung ab.
Kennzeichnungsfehler entstehen häufig bei kurzen Umstellzeiten und hoher Variantenvielfalt. Bewährt haben sich standardisierte Druckbild‑ und Datenvorlagen, eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten sowie automatisierte Verifikationsschritte.
Zusätzlich können Technologien wie automatische Fokusanpassung bei Lasersystemen dazu beitragen, Wechsel zwischen unterschiedlichen Produktgrößen und Substraten sicherer und reproduzierbarer zu gestalten. Ziel ist es, manuelle Eingriffe zu minimieren und Fehler frühzeitig zu erkennen.
Clean‑Label‑ und ballaststoffreiche Produkte werden häufig international vermarktet und müssen daher regionale regulatorische Anforderungen berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem EU‑Vorgaben zur Lebensmittelkennzeichnung, nationale Regelungen wie die deutsche Druckfarbenverordnung sowie Anforderungen anderer Märkte, etwa in den USA oder im Vereinigten Königreich.
Diese Vorgaben beeinflussen, wie Zutatenlisten, Allergenhinweise sowie Datums‑ und Chargencodes auf der Verpackung dargestellt werden. Einheitliche Kennzeichnungsprozesse und flexible Codierungslösungen helfen dabei, Konsistenz und Konformität über verschiedene Märkte hinweg sicherzustellen.
Quellen
1 EatingWells Top 10 Lebensmittel- und Ernährungstrends für 2026
2 Ernährungswissenschaftler sagen die größten gesunden Ernährungstrends für 2026 voraus. Und sie sind SO viel einfacher, als du dachtest! | Gutes Essen
3 Von ‘fibremaxxing’ bis ‘Biohacking’ – die Lebensmittel- und Wellnesstrends, die 2026 prägen werden, laut M&S | Daily Mail Online
4 Globale Clean-Label-Trends. Fast jeder zweite Verbraucher weltweit
5 Die Lebensmittel- und Getränketrends, die man im Jahr 2026 im Auge behalten sollte
6 M&S behandelt ultraverarbeitete Lebensmittel mit reduzierten Zutaten auf den Frontetiketten | Artikel | Verpackung Europa
7Neue US-Ernährungsrichtlinien empfehlen mehr Eiweiß und Vollmilch, weniger ultraverarbeitete Lebensmittel