Erfolgreich mit GS1 Digital Link, 2D-Codes und Sunrise 2027
Ist Ihre Verpackungslinie bereit für GS1 Digital Link, Sunrise 2027 und die neuen Anforderungen an 2D-Codequalität und Syntax?
Dave Wilson
Videojet Global Technical Manager
GS1 Sunrise 2027, GS1 Digital Link, QR-Codes, 2D-Codes
Mit der GS1® Sunrise 2027 Initiative gewinnen 2D-Codes an Bedeutung. Gegenüber klassischen 1D-Barcodes wie dem EAN-Strichcode oder UPC bieten sie klare Vorteile, wenn variable Daten wie Chargennummern und Datumsangaben enthalten sein sollen. Damit Markeninhaber diese Möglichkeiten nutzen können, müssen 2D- Codes häufig direkt auf der Verpackungslinie gedruckt werden statt im Vordruck. Die Verantwortung für gut lesbare, normgerechte Codes liegt damit nicht mehr allein beim Materiallieferanten. Sie rückt stärker in das Verpackungsteam.
Wer bereits mit modernen Kennzeichnungssystemen arbeitet, bringt für diese Anforderungen oft eine gute Grundlage mit.
Wer 2D-Codes mit GS1 Digital Link auf der Verpackungslinie drucken will, sollte vor allem drei Punkte klären:
- Passt die Drucktechnologie zur Anwendung, zum Substrat und zu den Produktionsanforderungen?
- Entsprechen die im 2D-Code codierten Daten der GS1-Spezifikation?
- Erreichen oder übertreffen die gedruckten 2D-Codes die geforderte Qualitätsstufe?
Im Rahmen der GS1 Sunrise 2027 Initiative müssen gedruckte 2D-Codes von der Produktion bis zum Point of Sale (POS) scannbar bleiben. Ob das gelingt, entscheidet sich an der Linie: bei Druckqualität, Haltbarkeit, Datenpräzision und zuverlässiger Lesbarkeit.
Welche GS1 Datenbezeichner sind für 2D-Codes die richtigen?
Im Zuge der GS1 Sunrise 2027 Initiative nutzen 2D-Codes mit GS1 Digital Link GS1 Datenbezeichner, sogenannte GS1 Application Identifiers (AIs), um Daten zu kodieren. Weitere Informationen dazu bietet der Implementierungsleitfaden für 2D Codes am Point-of-Sale des Einzelhandels.
Welche Datenbezeichner eingesetzt werden, hängt von den Anforderungen der Marke ab. Im Einzelhandel werden häufig diese Identifikatoren verwendet:
- 01 – Global Trade Item Number (GTIN). Es handelt sich immer um die 14-stellige GTIN.
- 10 – Chargennummer
- 21 – Seriennummer
- 17 – Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verfallsdatum, JJMMTT
Alle GS1 Datenbezeichner finden Sie hier: https://ref.gs1.org/ai/
Worin unterscheiden sich QR-Codes® und DataMatrix Codes?
- QR-Codes mit GS1 Digital Link sind der wichtigste 2D-Code-Typ für Sunrise 2027.
- DataMatrix Codes sind ebenfalls möglich. Für die direkte Verbraucheransprache bieten QR-Codes jedoch meist mehr Spielraum.
QR-Codes mit GS1 Digital Link und DataMatrix Codes können dieselben Daten über GS1 Datenbezeichner enthalten und auch einen Weblink (URL) integrieren. QR-Codes sind vielen Verbrauchern jedoch vertrauter. Sie eignen sich deshalb besonders, wenn Verpackungen direkt zu digitalen Inhalten führen sollen, etwa zu Nährwertinformationen, Recyclinghinweisen, Coupons oder weiteren produktbezogenen Informationen.
Welche QR-Code-Struktur ist für den Point of Sale (POS) geeignet?
Das folgende GS1-Beispiel zeigt, welche Datenattribute die Digital-Link-Struktur eines Produkts in einem QR-Code enthalten kann:
- GTIN: 09506000134352
- Chargennummer: ABC
- Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verfallsdatum: 270104 – 4. Januar 2027
QR-Code mit GS1 Digital Link
Beim Scannen führt der oben gezeigte Beispielcode zur GS1-Demo für „Dal Giardino“-Produkte.
Wie wird die Qualität von 2D-Codes kontrolliert?
Ein 2D-Code auf der Verpackung muss im Handel zuverlässig funktionieren. Er sollte von POS-Scannern ebenso erfasst werden wie von mobilen Lesegeräten. GS1 definiert dafür eine bestimmte Qualitätsstufe für 2D-Codes, beschrieben in der internationalen Norm ISO/IEC 15415.
Die GS1 General Specifications fordern mindestens die Qualitätsklasse1,5 beziehungsweise C im früheren ANSI-Bewertungssystem. Das folgende Beispiel zeigt zusätzliche Kriterien für reine POS-Codes. Für die allgemeine Distribution, etwa im Lagermanagement, gelten andere Anforderungen. Dazu zählen grössere X-Dimensionen und grössere Codes.
Symbolspezifikationen für 2D-Codes am POS
| Symbol (e) | X-Dimensionen mm | Minimum Qualitäts-klasse | ||
|---|---|---|---|---|
| Minimum | Ziel | Maximum | ||
| QR-Code (GS1 Digital Link URI) | 0,396 mm | 0,495 mm | 0,990 mm | 1,5 / 12 / 660 |
Laden Sie die Allgemeine GS1 Spezifikationen herunter, um zu erfahren, wie GS1-Barcodes und Identifikationsschlüssel verwendet werden sollten.
Die ISO-Norm kann hier erworben werden: ISO/IEC 15415
Wie wird die Qualität von 2D-Codes verifiziert?
Die Verifizierung bewertet die Qualität von 2D-Codes nach ISO/IEC 15415 oder anderen standardbasierten Bewertungssystemen.
Für 2D-Codes gibt es verschiedene Prüfgeräte oder Verifier. Neben Tischgeräten für Stichprobenprüfungen kommen Inline-Systeme zum Einsatz, die Codes direkt an der Verpackungslinie verifizieren.
Diese Geräte bewerten mehrere Parameter, darunter Symbolkontrast, Druckzuwachs, Modulation und Ruhezonen. Aus diesen Werten ergibt sich eine Gesamtbewertung von 0,0 bis 4,0, wobei 4,0 der höchste Wert ist. Je höher die Bewertung, desto robuster ist der Code. Er bleibt über die Lieferkette hinweg zuverlässiger lesbar und kann am POS schneller erfasst werden. Obwohl diese numerische Skala heute die neuere Form der Qualitätsbewertung ist, arbeiten viele Anwender und Prüfgeräte weiterhin mit dem früheren ANSI-Bewertungssystem von A bis F. Dabei entspricht 4,0 einem A und 0,0 einem F.
Für jeden geprüften Code erstellt der Verifier eine Ergebnisseite. Diese Ergebnisse lassen sich speichern und später als Nachweis der Codequalität heranziehen.
Wie wird die Syntax von 2D-Codes validiert?
Bei der Validierung wird geprüft, ob die Codesyntax dem GS1 Digital Link Standard entspricht. Massgeblich ist dabei der korrekte URI-Datenaufbau. Was früher häufig manuell geprüft wurde, lässt sich heute zunehmend schon bei der Vorlagenerstellung absichern. Videojet Velicity™ Design unterstützt Anwender mit einem Digital-Link-Assistenten beim Anlegen von QR-Codes mit korrekter Syntax. Anschliessend können Kamerasysteme inline prüfen, ob die Syntax der Digital-Link-Struktur entspricht. Dazu zählen die richtige GTIN-Länge, korrekte Datumsformate im Format JJMMTT für Mindesthaltbarkeits- beziehungsweise Verfallsdaten und die richtige Verwendung von GS1 Datenbezeichnern.
Expertentipp: „Bei GS1 Sunrise zählt vor allem, wie Codes in realen Scanumgebungen funktionieren. Die Syntax sollte deshalb bereits in der Entwurfsphase validiert werden. Die Druckqualität muss nach den passenden Standards für den Point of Sale (POS) verifiziert werden.“
Welche Drucktechnologie sollte für 2D-Codes eingesetzt werden?
Videojet bietet Kennzeichnungslösungen für klare, scannbare 2D-Codes und alphanumerischen Text auf vielen Verpackungsarten im Einzelhandel.
- Thermotransferdrucker (TTO): TTO eignet sich besonders für hochwertige 2D-Codes, Texte und Bilder auf flexiblen Verpackungen und Etiketten. Die Technologie kann auf kontinuierlich und intermittierend arbeitenden Verpackungsanlagen eingesetzt werden. Durch den grösseren Druckbereich bietet TTO hohe Flexibilität bei Layouts und Druckformaten.
- Laserbeschriftungssysteme: Laserbeschriftungssysteme sind auf einen Betrieb mit minimalem Wartungsaufwand ausgelegt, auch in anspruchsvollen Umgebungen. Sie erzeugen detailreiche, dauerhafte und scannbare 2D-Codes sowie alphanumerischen Text auf vielen Verpackungsmaterialien, darunter Kunststoff, Glas, Karton und flexible Folien. Die Kennzeichnungen bleiben während des gesamten Distributionsprozesses erhalten und lassen sich nicht abreiben.
Im Unterschied zu anderen Technologien benötigen Laser keine Verbrauchsmaterialien wie Tinte oder Farbband.
Da Materialien unterschiedlich auf Laserbeschriftung reagieren, sollten die jeweiligen Verpackungssubstrate vorab getestet werden. So lässt sich bestimmen, welcher Laser zur Anwendung passt.
- Thermal-Inkjet-Drucker (TIJ): TIJ bietet geringen Wartungsaufwand, hohe Verfügbarkeit und hochauflösenden Druck. Die Technologie kann, meist mit einer maximalen Druckhöhe von 12,5 mm, 2D-Codes und alphanumerische Codes in sehr hoher Qualität auf vielen Verpackungsmaterialien erzeugen.
- Etikettendrucksysteme und -applikatoren (LPA): LPA-Systeme werden häufig für Sekundärverpackungen wie Kartons und Umverpackungen eingesetzt. Sie drucken und applizieren Etiketten mit hochauflösenden 2D-Codes und liefern klare, scannbare Informationen für Distribution und Rückverfolgbarkeit.
- Continuous-Inkjet-Drucker (CIJ): Diese industriellen Inkjet-Drucker erzeugen Codes und Texte auf unterschiedlichen Verpackungsmaterialien. Mit schnelltrocknenden, sehr beständigen Tinten eignen sich CIJ-Drucker auch für hohe Produktionsgeschwindigkeiten in anspruchsvollen Anwendungen.
Unsere Videojet Experten prüfen gerne mit Ihnen, ob die CIJ-Technologie alle Anforderungen Ihrer Anwendung an die Verifizierung der 2D-Codequalität erfüllt.
Videojet Velicity™ Design unterstützt die Compliance von Etiketten und Codes, indem Vorlagenerstellung und -management standardisiert werden. Zentrale Steuerung, geführte Dateneingabe und Werkzeuge für das Barcode-Design reduzieren manuelle Schritte und Bedienerentscheidungen, die Fehler verursachen können.
Fazit
Für eine erfolgreiche Umsetzung von 2D-Codes im Rahmen von GS1 Sunrise 2027 kommt es vor allem auf drei Punkte an: Codequalität, korrekte Syntax und die passende Drucktechnologie. Videojet unterstützt diesen Übergang mit Know-how und Lösungen, die auf die Sunrise-Initiative abgestimmt sind.

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GS1 und das GS1 Logo sind eingetragene Marken von GS1 AISBL.
QR-Code ist eine eingetragene Marke von DENSO WAVE INCORPORATED.