Von der Kennzeichnung zum Nachweis: Die Verpackungslinie mit PPWR-Compliance verbinden
Melissa Bosnyak
Product Sustainability Manager, Videojet

Paul Bradley
Senior Director of Product Marketing, TraceGains
PPWR, EU-Verpackungsverordnung, PPWR-Compliance, Kennzeichnungsanforderungen, Lieferantendokumentation, Materialinformationen, Lebensmittel- und Getränkeverpackungen
Sind Sie auf beide Seiten der PPWR-Compliance vorbereitet?
Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in Europa und wird dort schrittweise umgesetzt. Sie legt neue Anforderungen an das Verpackungsdesign sowie verbindliche Vorgaben für Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil (wiederaufbereitetes Material aus recycelten Abfällen) fest und vereinheitlicht die Kennzeichnung in der EU.
Im Fokus stehen vor allem Verpackungsmaterialien, die zum Erreichen der Recyclingziele beitragen. Doch die Anforderungen an die Compliance gehen deutlich über die Recyclingfähigkeit hinaus. Hersteller müssen auch sicherstellen, dass neue Verpackungen in der Produktionslinie zuverlässig verarbeitet werden können. Zudem benötigen sie die richtigen Unterlagen, um die Einhaltung der Anforderungen nachzuweisen.
Zwei zentrale Punkte sind dabei zu berücksichtigen:
- Verpackungs- und Produktionsprozesse an neue und sich verändernde Anforderungen anpassen
- Lieferanten-, Material- und Compliance-Daten pflegen, um die Einhaltung regulatorischer Vorgaben zu belegen
Videojet und TraceGains unterstützen Hersteller gemeinsam bei der Umsetzung.
Was bedeutet die EU-Verpackungsverordnung für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen?
Für viele Lebensmittel- und Getränkehersteller beschleunigt die PPWR bereits angestossene Verpackungsinitiativen. Dazu zählen leichtere Verpackungen, ein höherer Rezyklatanteil und eine bessere Recyclingfähigkeit.
Diese Änderungen können sich direkt auf die Produktion und die eingesetzten Kennzeichnungslösungen auswirken. Neue Verpackungsdesigns können verändern, wo Codes platziert werden müssen oder welche Daten in Klarschrift und maschinenlesbaren Codes stehen, damit sie entlang der Lieferkette erfasst werden können. Zudem können sich flexible Monomaterialfolien, die im Vergleich zu herkömmlichen metallisierten Mehrschichtfolien besser recycelbar sein sollen, beim Dehnen und Versiegeln anders verhalten. Um Produktqualität und Prozesseffizienz zu sichern, müssen deshalb möglicherweise Siegeltemperaturen, Maschineneinstellungen und Kennzeichnungsprozesse angepasst werden. Verpackungsentscheidungen können sich somit stärker auf die Produktionsparameter auswirken, als viele Hersteller zunächst erwarten.
Die PPWR-Compliance lässt sich daher nicht allein durch ein neues Verpackungsdesign erreichen. Häufig sind auch Anpassungen im gesamten Herstellungsprozess erforderlich. Ob nachhaltigere Verpackungslösungen erfolgreich umgesetzt werden können, hängt wesentlich davon ab, wie zuverlässig sie unter realen Produktionsbedingungen funktionieren. Deshalb ist es wichtig, mit Maschinenbauern und Technologiepartnern zusammenzuarbeiten, die diese Herausforderungen verstehen und passende Lösungen anbieten.
„Was bei Verpackungsänderungen leicht übersehen wird: Sie können sich direkt auf die Kennzeichnung auswirken. Eine zuverlässige Produktidentifikation bleibt jedoch unverzichtbar. Auch bei neuen Verpackungsmaterialien müssen wichtige Informationen zu Sicherheit, Echtheit und Qualität zuverlässig aufgebracht werden können. Schliesslich verlassen sich Milliarden Verbraucher darauf. Deshalb sollte der Kennzeichnungspartner möglichst früh in den Änderungsprozess einbezogen werden. So lässt sich gemeinsam die passende Lösung finden und das Risiko von Problemen bei der Produktion mit neuen Materialien deutlich verringern.“
Wie können Kennzeichnungslösungen die PPWR-Compliance bei Verpackungen unterstützen?
Jede Verpackung muss gekennzeichnet werden, etwa mit Datums- und Chargencodes, Daten zur Rückverfolgbarkeit oder anderen Produktinformationen. Wenn sich Verpackungsmaterialien und -formate ändern, müssen Hersteller möglicherweise neu bewerten, wie diese Informationen aufgebracht und dauerhaft lesbar gehalten werden.
Hier übernimmt Videojet eine zentrale Rolle.
Videojet unterstützt Hersteller bei der Bewertung neuer Verpackungsmaterialien und -formate. Gemeinsam wird geprüft, welche Kennzeichnungstechnologie am besten zum gewählten Material passt. Dazu können rPET (recyceltes Polyethylenterephthalat), flexible Folien, faserbasierte Verpackungen und weitere neue nachhaltige Verpackungslösungen gehören.
Neue Verpackungsmaterialien oder -formate bringen zusätzliche Anforderungen an die Kennzeichnung mit sich, darunter:
- Beständigkeit der Kennzeichnung über die gesamte Lieferkette hinweg
- Position auf der Verpackung, einschliesslich Aussparungen (Knock-Out)
- Kontrast und Lesbarkeit
- Code-Konfiguration für die Rückverfolgbarkeit
- Integration in die Produktionslinie
Je nach Anwendung können Technologien wie Continuous Inkjet-Drucker (CIJ), Laserkennzeichnungssysteme, Thermal Inkjet-Drucker (TIJ) und Thermotransferdrucker (TTO) die erforderlichen Informationen aufbringen und zugleich Produktionseffizienz und Verpackungsdesign unterstützen.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur: Können wir einen Code auf der Verpackung aufbringen?
Zunehmend geht es um die Frage: Können wir klare, beständige Codes mit den richtigen Informationen zuverlässig auf wechselnde Verpackungsmaterialien aufbringen, ohne die Produktionsleistung oder die Compliance zu beeinträchtigen?
Bereit für die EU-Verpackungsverordnung (PPWR): Die Produktionslinie ist nur ein Teil der Lösung
Eine erfolgreiche Umsetzung endet nicht an der Verpackungslinie. Bei jeder Verpackungsänderung muss eine zentrale Frage beantwortet werden:
Wie kann ein Hersteller nachweisen, dass die Verpackung die gesetzlichen Anforderungen erfüllt?
Hersteller erfassen möglicherweise bereits Lieferantenerklärungen, Verpackungsspezifikationen und Materialinformationen. Diese Datensammlung darf jedoch nicht statisch bleiben. Zur Compliance gehört, dass die Informationen aktuell und zugänglich sind und mit den in der Produktion eingesetzten Verpackungsmaterialien verknüpft bleiben. Mit komplexeren Verpackungsportfolios gewinnt die Verwaltung dieser Daten weiter an Bedeutung.
Welche Dokumentation ist für die PPWR-Compliance bei Verpackungen erforderlich?
Um die Einhaltung der Anforderungen nachzuweisen, müssen Hersteller das tatsächlich eingesetzte Verpackungsformat mit den zugehörigen Lieferantendaten, Spezifikationen, Erklärungen und Belegen verknüpfen. Ein zentrales digitales Ökosystem, wie es TraceGains entwickelt, bietet dafür die nötige Grundlage.
Unternehmen müssen beispielsweise klären:
- Aus welchen Materialien und Komponenten besteht die Verpackung?
- Welche Lieferanten stellen sie bereit?
- Welche Rezyklatanteile oder Materialeigenschaften lassen sich belegen?
- Welche Spezifikationen und Erklärungen gelten?
- Wurde die Lieferantendokumentation geprüft und aktuell gehalten?
- Kann das Unternehmen die Compliance bei einem Audit oder einer behördlichen Prüfung nachweisen?
TraceGains unterstützt Lebensmittel- und Getränkeunternehmen dabei, die Lieferanten- und Verpackungsdaten zu erfassen und zu verwalten, die für diese Fragen benötigt werden. Die Plattform ermöglicht die Verwaltung von Compliance-Dokumenten, darunter EU-Konformitätserklärungen für Lebensmittelkontaktmaterialien und relevante Erklärungen für Materialien ohne Lebensmittelkontakt.
Wie lassen sich Verpackungsdaten mit fertigen Produkten verknüpfen?
Wichtig ist, dass alle Informationen vom Material bis zum fertigen Produkt digital miteinander verknüpft sind.
Unternehmen sollten Verpackungsspezifikationen, Lieferantendokumente und Compliance-Nachweise nicht in getrennten Dateien verwalten. Stattdessen können sie die Unterlagen direkt den jeweiligen Materialien und fertigen Produkten zuordnen. So lässt sich schnell erkennen, was sich geändert hat, welche Lieferanten davon betroffen sind, welche Dokumente die Änderung belegen und wo noch Nachweise fehlen.
Je stärker sich Verpackungsmaterialien weiterentwickeln, desto wichtiger wird diese Vernetzung. Neue EU-Vorschriften machen beispielsweise Vorgaben zum Rezyklatanteil in Kunststoffverpackungen und dazu, wie dieser berechnet, überprüft und dokumentiert werden muss. Um diese Anforderungen zu erfüllen, sind Hersteller auf verlässliche Daten aus der vorgelagerten Lieferkette angewiesen.
Wie können Hersteller die Produktions- und Datenanforderungen der PPWR erfüllen?
Die PPWR-Compliance endet nicht an der Produktionslinie. Hersteller müssen die Vorgaben nicht nur zuverlässig im Produktionsalltag umsetzen, sondern ihre Einhaltung auch mit den entsprechenden Unterlagen belegen.
- Videojet unterstützt Hersteller dabei, die Anforderungen an eine PPWR-konforme Verpackungsproduktion in der Praxis umzusetzen. Dazu gehören Kennzeichnung, Produktidentifikation und Rückverfolgbarkeit, auch bei neuen Verpackungsmaterialien.
- TraceGains deckt die Datenseite der Compliance ab: Lieferantendaten, Verpackungsspezifikationen, Erklärungen und auditierbare Nachweise.
Gemeinsam verbinden beide Ansätze die praktische Umsetzung in der Verpackungsproduktion mit der erforderlichen Compliance-Dokumentation.
Für Lebensmittel- und Getränkehersteller, die sich auf die PPWR vorbereiten, wird die Umsetzung einfacher, wenn Verpackungsprozesse und Compliance-Daten miteinander verknüpft sind. So ist klar nachvollziehbar, welche Materialien und Lieferanten zu einem Produkt gehören, wie die Verpackung in der Produktionslinie verarbeitet wird und welche Nachweise vorliegen müssen. Die Verpackung zeigt, wie die Vorgaben praktisch umgesetzt wurden. Die zugehörigen Daten belegen ihre Einhaltung.
Erfahren Sie mehr über Videojet und TraceGains.

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Häufig gestellte Fragen
Die Anforderungen der PPWR werden in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt. Die Verordnung gilt zwar grundsätzlich seit dem 12. August 2026, mehrere Anforderungen an die Verpackungsleistung und Recyclingfähigkeit treten jedoch erst später in Kraft. Hersteller sollten die PPWR daher als mehrjährigen Übergang und nicht als einzelnen Stichtag betrachten. Siehe Tabelle unten
Nicht unbedingt. Viele Hersteller prüfen jedoch ihre Verpackungsmaterialien, um die Recyclingfähigkeit zu verbessern, den Rezyklatanteil zu erhöhen und Verpackungsabfälle zu reduzieren. Ob Änderungen erforderlich sind, hängt vom Verpackungsformat, den verwendeten Materialien und den konkreten PPWR-Anforderungen für Ihre Produkte ab.
Verpackungsmaterialien, die eine bessere Recyclingfähigkeit ermöglichen, können sich in der Produktion anders verhalten. Neue Formate und Materialien können die Haftung, Beständigkeit und Lesbarkeit der Kennzeichnung sowie die gesamte Linienleistung beeinflussen. Entscheidend ist, wie Drucker oder Laser mit der Verpackung interagieren. Tests unter realen Produktionsbedingungen helfen, mögliche Herausforderungen vor der Einführung zu erkennen.
Möglicherweise. Wenn sich Verpackungsmaterialien ändern, müssen Hersteller prüfen, ob die vorhandenen Kennzeichnungstechnologien weiterhin die erforderliche Qualität, Beständigkeit und Lesbarkeit liefern. Die passende Lösung hängt vom Verpackungsmaterial, der Produktionsumgebung und den Compliance-Anforderungen ab. Für eine Verpackung kann mehr als eine Kennzeichnungstechnologie geeignet sein. Mustertests mit Ihren Verpackungsmaterialien sind häufig der wirksamste Weg, die Kennzeichnungsleistung zu validieren und mögliche Herausforderungen vor der Einführung zu erkennen.
Unternehmen müssen möglicherweise Verpackungsspezifikationen, Lieferantenerklärungen, Materialinformationen, Nachweise zum Rezyklatanteil und weitere Belege vorhalten. Erfahren Sie mehr über die Anforderungen. Eine korrekte, aktuelle und leicht zugängliche Dokumentation erleichtert den Nachweis der Compliance bei Audits oder behördlichen Prüfungen.
| Zeitplan | Zentrale Anforderung | Wesentliche Kriterien |
|---|---|---|
| 12. August 2026 | Beginn der PPWR-Anwendung | Die Verordnung gilt grundsätzlich ab diesem Zeitpunkt. Sie ersetzt die Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie und führt verbindliche Vorgaben für Verpackungsdesign, Minimierung und recyclinggerechte Gestaltung ein. |
| 2030 | Recyclingfähige Verpackungen | ≥ 70 % Recyclingfähigkeit je Verpackungseinheit (einschliesslich aller Bestandteile) müssen erreicht werden. |
| 2035 | Recycling im industriellen Massstab | Wirksames Recycling ist erforderlich über bestehende Recyclingströme, ca. 55 % je Verpackungskategorie. |
| 2038 | Strengere Anforderungen | Höhere Schwellenwerte für die Recyclingfähigkeit müssen erfüllt werden. Verpackungen mit niedriger Leistung werden schrittweise auslaufen. |
Quellen
EU-Verpackungsverordnung (PPWR)
EU-PPWR und PET-Flaschen: Kennzeichnung, rPET und Compliance | Videojet
PPWR: Die neue europäische Verpackungsverordnung | Videojet
PPWR: EU-Strategie für nachhaltige Verpackungen und Abfallvermeidung | Videojet
Vorbereitung auf die EU-PPWR-Compliance: Verpackungsdaten, Rückverfolgbarkeit von Lieferanten und Anforderungen an die digitale Kennzeichnung — TraceGains