Kennzeichnung flexibler Verpackungen:
TTO oder UV-Laser?
Sascha Ammesdörfer
Director Market Intelligence, Videojet
Flexible Verpackungen, UV-Laser, TTO, Vergleich
So wählen Sie die passende Technologie für Folien, Beutel und Schlauchbeutelanwendungen
Bestimmte flexible Folien lassen sich mit neuen UV-Lasern direkt kennzeichnen. Die Systeme können anstelle eines TTO-Druckers (Thermotransferdruckers) integriert werden. Dadurch entfallen Farbbänder und die dafür erforderlichen Wechsel. Welche Technologie besser geeignet ist, hängt von der gewünschten Codefarbe, dem Kennzeichnungsinhalt, der Produktionsgeschwindigkeit und den Nachhaltigkeitszielen ab. Eine verlässliche Bewertung liefert ein Test auf dem tatsächlich verwendeten Material.
Wie funktioniert Thermotransferdruck (TTO)?
Beim TTO-Verfahren überträgt ein beheizter Druckkopf Farbpigmente von einem Farbband auf die Folie. So entstehen hochauflösende, kontrastreiche Codes in verschiedenen Farben, darunter ein deckendes Schwarz. Auch umfangreiche Inhalte wie Logos, lange Zutatenlisten, Allergenhinweise und GS1-2D-Codes lassen sich bei Produktionsgeschwindigkeit drucken. Zu berücksichtigen sind der Farbbandverbrauch, geplante Linienstopps für den Farbbandwechsel und die Entsorgung der verbrauchten Farbbänder.
Wie funktionieren UV-Laser als Alternative zu TTO?
UV-Laser mit einer Wellenlänge von 355 nm können in einer UV-empfindlichen Schicht der Verpackungsfolie eine photochemische Farbveränderung auslösen. Ideal ist eine weisse, titandioxidhaltige Schicht (TiO₂). Dadurch entsteht eine sichtbare Markierung, meist dunkelgrau auf Weiss oder weiss auf dunklen Folien, ganz ohne Tinte oder Farbband. Bei kompatiblen Folien können diese Lasersysteme als direkt integrierbare Alternative zu TTO eingesetzt werden.
Für welche Anwendungen eignet sich welche Technologie?
UV-Laser eignen sich in der Regel besonders, wenn Sie
- ein bis zwei Zeilen variable Daten wie Datums- oder Chargencodes drucken,
- weisse, UV-empfindliche Folien oder eine weisse Aussparung im Verpackungsdesign verwenden,
- dauerhafte, tintenfreie Codes mit möglichst wenigen Verbrauchsmaterialien benötigen.
In diesen Anwendungen können UV-Laser den Farbbandbestand und geplante Wechsel reduzieren.
TTO bleibt die vielseitigere Lösung, wenn Sie
- deckend schwarze Codes auf Folien jeder Farbe benötigen,
- grosse Logos, lange Texte wie Zutatenlisten oder 2D-Codes drucken,
- klare oder farbige Folien ohne weisse Aussparung kennzeichnen,
- bei laufender Produktionslinie eine gleichbleibende Qualität von 300 dpi benötigen.
TTO und UV-Laser im Vergleich: typische Anforderungen bei flexiblen Verpackungen
| Anforderungen an die Verpackung | TTO | UV-Laser |
| Weisse TiO₂-Folien, 1–2 Textzeilen, mittlerer bis hoher Durchsatz | Gut geeignet | Sehr gut geeignet, wenn dauerhafte Codes und möglichst wenige Linienstopps im Vordergrund stehen |
| Farbige Folien ohne weisse Aussparung, deckend schwarzer Code | Beste Wahl | Kontrast häufig eingeschränkt; UV-Laser erzeugen meist Grau auf Weiss oder benötigen eine weisse Aussparung |
| Klare Folien ohne weisse Aussparung | Beste Wahl | In der Regel nicht geeignet, sofern das Design nicht angepasst wird |
| Grosse Grafiken, Zutatenlisten, grosse QR-Codes® oder GS1 DataMatrix-Codes | Beste Wahl (300 dpi, Druckbreiten bis 107 mm) | Möglicherweise eingeschränkt durch verfügbare UV-Leistung und Verweilzeit bei Produktionsgeschwindigkeit |
| Klare Ziele zur Reduzierung von Deponieabfällen und Produktionsabfällen | Farbbandabfälle müssen entsorgt werden | Keine Farbbandabfälle |
| Zeitaufwand und Verbrauchsmaterialien | Farbbandwechsel mit Linienstopps; lange Farbbänder verlängern die Intervalle zwischen den Wechseln | Kein Farbbandverbrauch; Absaugfilter und regelmässiger Laserservice erforderlich |
In der Praxis eignen sich UV-Laser besonders für weisse, UV-empfindliche Folien mit einfachen variablen Codes. TTO bietet dagegen mehr Flexibilität bei Folienfarben, Informationsdichte und künftigen Änderungen an der Verpackung.
Expertentipp
„Wenn Ihr Verpackungsteam für eine bessere Recyclingfähigkeit auf Monomaterialien bei flexiblen Folien umstellt, sollten Codekontrast und Verpackungsleistung frühzeitig geprüft werden. Vergleichsmuster mit UV-Laser und TTO auf dem tatsächlich verwendeten Material helfen, spätere Probleme zu vermeiden.“
Fünf Kriterien für Ihre Entscheidung
1. Wie beeinflussen Zusammensetzung und Farbe der Verpackungsfolie das Kennzeichnungsergebnis?
UV-Laser erzielen den besten Kontrast meist auf weissen, titandioxidhaltigen Folien oder auf einer weissen Aussparung. Klare und viele farbige Folien sind ohne Anpassung des Designs weniger geeignet. TTO erzeugt auf zahlreichen Folien deckend schwarze oder farbige Codes, ohne dass das Verpackungsdesign geändert werden muss.
2. Wie viele Inhalte müssen Sie in welcher Geschwindigkeit drucken?
UV-Laser sind für kurze alphanumerische Codes optimiert. Dichte 2D-Codes, lange Zutatenlisten und grosse Logos können bei den in der Lebensmittelverpackung üblichen Geschwindigkeiten Abstriche beim Durchsatz oder bei der Lesbarkeit erfordern. Prüfen Sie deshalb anhand der tatsächlichen Kennzeichnungsinhalte, ob Laserleistung und Markierfeld ausreichen.
3. Wie passen Nachhaltigkeitsziele und betriebliche Realität zusammen?
Der Einsatz eines UV-Lasers anstelle eines TTO-Druckers vermeidet Farbbandabfälle und farbbandbedingte Linienstopps. Gleichzeitig müssen Absaugfilter für Dämpfe und Partikel sowie der Service über die gesamte Lebensdauer des Lasers berücksichtigt werden. Laserquellen und Optiken haben eine begrenzte Lebensdauer und gehören deshalb in die langfristige Planung.
4. Wie einfach lässt sich das System in Ihre Linie integrieren?
In manchen Fällen lassen sich Lasersysteme an Positionen integrieren, an denen zuvor TTO-Drucker in horizontalen oder vertikalen Schlauchbeutelmaschinen installiert waren. Davon kann jedoch nicht grundsätzlich ausgegangen werden. Jede Produktionslinie muss einzeln geprüft werden. Entscheidend sind der verfügbare Bauraum, der Arbeitsabstand, die Anforderungen an Abluft und Absaugung, die Position der Steuerung sowie der Zugang für Bedienung und Wartung. Bei einem Technologiewechsel sollte der Integrationsaufwand von Anfang an eingeplant werden, da Halterungen, Schnittstellen und Sicherheitsanforderungen von bestehenden TTO-Installationen abweichen können.
5. Wie wirkt sich die Laserkennzeichnung auf Verpackungsintegrität und Konformität aus?
Auch eine als „kalt“ geltende UV-Laserkennzeichnung muss geprüft werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass weder Barriereschichten noch nachgelagerte Prozesse wie Sterilisation, Retorte oder Logistik beeinträchtigt werden. Tests im Musterlabor mit Ihrer Verpackungsfolie sind der sicherste Weg, um die Unversehrtheit der Barriere und die Haltbarkeit des Codes zu bestätigen.
Kurz zusammengefasst
Auf kompatiblen Folien mit einfachen Codes können UV-Laser den Verbrauch von Betriebsmitteln senken. TTO bietet dagegen mehr Flexibilität bei Folientypen und komplexen Kennzeichnungsinhalten, ohne dass das Substrat für die Kennzeichnung angepasst werden muss.
Wie unterscheiden sich Kosten und Verfügbarkeit in der Praxis?
Mögliche Einsparungen mit UV-Lasern
Da weder Farbbänder noch Druckköpfe beschafft, gelagert oder gewechselt werden müssen, spart der UV-Laser Zeit. Im Vergleich zu TTO können weniger geplante Stopps die Gesamtanlageneffektivität (OEE) auf kompatiblen Folien verbessern. Bewerten Sie die möglichen Einsparungen anhand Ihrer tatsächlichen Produktionsleistung und Wartungspraxis.
Planbare Kosten bei TTO
TTO bietet über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren gut kalkulierbare Gesamtbetriebskosten (TCO). Die Technologie unterstützt ein breites Spektrum an Kennzeichnungsinhalten und Folientypen, einschliesslich gut sichtbarer schwarzer Codes auf farbigen Materialien. Viele Betriebe haben Farbbandmanagement, Linienstopps und Wechsel bereits effizient in ihre Abläufe integriert.
Zusätzliche UV-Kosten in der TCO-Betrachtung
Investitionen in die Laserabsaugung, Ersatzfilter sowie Servicekosten für Laserquelle oder Optik sollten den bisherigen Ausgaben für Farbbänder und Druckköpfe gegenübergestellt werden.
Woran sich eine gute Lösung in der Produktion zeigt
- Wenn Ihre Produkte auf weissen TiO₂-Folien laufen und Sie bei hoher Geschwindigkeit kurze variable Codes kennzeichnen, kann ein UV-Laser dauerhafte Markierungen mit wenigen Verbrauchsmaterialien und geringem Platzbedarf erzeugen. Lassen Sie die Kennzeichnung immer auf Ihrer eigenen Folie bemustern.
- Wenn Sie unterschiedliche Folienfarben oder klare Folien verarbeiten oder Layouts häufig um Logos, 2D-Codes oder längere Texte ergänzen, bietet TTO die grössten Reserven, ohne dass das Verpackungsmaterial geändert werden muss.
Warum Videojet der richtige Partner ist
Alle Technologien aus einer Hand
Videojet bietet ein vollständiges Portfolio mit TTO, UV-Lasern, CO₂-Lasern, Faserlasern sowie TIJ- und CIJ-Technologien. So entscheidet die Anwendungserprobung über die passende Lösung, statt Folie oder Kennzeichnungsinhalt an eine ungeeignete Technologie anzupassen.
Fakten statt Annahmen
Mustertests in den Videojet-Laboren vergleichen Kontrast, Haltbarkeit und Barriereeigenschaften auf aktuellen und künftigen Folien, einschliesslich Monomaterialien. Ergänzend bewerten unsere Fachleute TCO und OEE unter realistischen Bedingungen.
Unterstützung bei der Integration
Wenn UV-Laser die passende Lösung sind, unterstützt Videojet bei der Auswahl von Absaugung, Halterungen und Steuerung für Ihre Verpackungsmaschine. Ist TTO besser geeignet, lassen sich Farbbandverbrauch und Verfügbarkeit so optimieren, dass Ihre Produktions- und Nachhaltigkeitsziele unterstützt werden.
Testen Sie die Kennzeichnung auf Ihrer Folie
Senden Sie Ihrem Videojet-Vertriebsingenieur Ihre Originalfolie sowie das Druckbild und die Anforderungen an den Code. Sie erhalten Muster mit TTO- und UV-Laserkennzeichnung sowie eine Empfehlung auf Grundlage Ihres Codes, Ihrer Substrate und Ihrer Liniengeschwindigkeit.

Finden Sie die passende Technologie für Ihre Kennzeichnungsanforderungen
Unsere Kennzeichnungsexperten beraten Sie gern.
Kontaktieren Sie uns
QR-Code ist eine eingetragene Marke von DENSO WAVE INCORPORATED.